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ueber die Religion

Der protobulgarische Gott Tangra

Die Religion der Protobulgaren war fern von dem für die antike Welt  traditionellen Idolanbeten, charakteristisch für die antike Welt. Tangra, die höchste Gottheit der Bulgaren, hat keine Abbildung. Tangranismus  ist eher eine philosophisch-weltanschauliche Dreiereinheit von drei substantiellen Begriffen – Tan (Weltall), Nak (Mensch) und Ra (Gott), sinkretisch in einer universellen, zutiefst versinnlichten philosophischen Formel geflochten. Sie stellt grundsätzlich die drei Werte der bulgarischen Weltanschauung dar – Toleranz, Loyalität  und Gerechtigkeit.

Die Bogomilen

Zu Beginn des elften Jahrhunderts traten im Bereich der griechisch-orthodoxen Kirche eine neue Sekte auf, die der Bogomilen. "Bogomilen" bedeutet "diejenigen, die Gott lieben" oder "die Freunde Gottes". Es wird auch behauptet, der Stifter der Sekte sein ein Mann namens "Bogomil" (="Gottlieb") gewesen.
Die Bogomilen vertraten im Unterschied zu den Paulikianern keinen radikalen Dualismus, sondern einen Mittelweg zwischen den christlichen Ansichten (für welche Gott der eine, allmächtige und allgütige Gott ist) und den Paulikianern, die an zwei Götter, den guten Gott und den bösen Gott, glaubten. Die Lehre der Bogomilen war monarchianisch, d. h. für sie war der gute Gott der Schöpfer der Welt, der Satan war ein gefallener Engel (vom guten Gott geschaffen), der letztendlich von dem Guten Gott besiegt werden würde.
Entstanden ist die Lehre der Bogomilen durch eine Verbindung des alten syrischen Gnostizismus mit den Lehren der Messalianer oder Euchiten.

Etwa zwischen 925 und 950 n. Chr. trat auf dem Balkan, wahrscheinlich in den Bergen Mazedoniens, ein Dorfpriester namens Bogomil auf. Er sagte in etwa folgendes: "Laßt uns der bösen Welt entfliehen und das stille, fromme Leben von Mönchen führen. Alle Macht des Staates und aller Reichtum (nicht zuletzt auch der  orthodoxen Kirche) sind eitel und nichtig. Aller Prunk der Kirchen, alle Pracht der goldenen Ikonen, all die pompösen Feiern der Ehen und Taufen bedeuten nichts. Laßt uns lieber von einfacher Nahrung leben, einfache Kleider anziehen und ein bescheidenes Leben in Gebet und Versenkung führen. "
Diese Botschaft fand beim Kleinadel, den niederen Preistern und bei den Bauern Anklang, denn die Zeiten waren hart und unsicher. Bogomil und seine Anhänger, die "Bogomilen", begannen ein Leben als wandernde Bettelmönche.
Als Bettelmönche müssen die Missionare der Bogomilen auch nach Bulgarien gekommen sein und dort Anhänger gefunden haben.
Die Lehre der Bogomilen bildete sich erst allmählich heraus. Sicher war sie beeinflußt von den Lehren der Euchiten, die in Thrakien und unter der slawischen Bevölkerung Bulgariens Anhänger gefunden hatten. Beeinflußt wurden sie wohl auch von den Paulikianern in Thrakien und Bulgarien.

Die Lehre von Peter Danov - "Die Weissbruederschaft"

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