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Museen und Kirchen

Die Kirche „Sveta Sofia“  wurde zum Wahrzeichen der Stadt. In der Geschichte der bulgarischen Hauptstadt nimmt sie mit ihrer imposanten Architektur und vor allem mit ihrem Namen Sofia - ein Symbol der Weisheit Gottes - einen besonderen Platz ein.

Südöstlich von der Basilika „Sveta Sofia“, liegt ein weiteres Wahrzeichen der Hauptstadt – die prächtige Sveti-Alexander-Nevski- Gedächtniskirche. Sie wurde als Zeichen der bulgarischen Dankbarkeit an das russische Volk während des Russisch-Türkischen Befreiungskrieges (1877-1878) erbaut. Sie  ist dem Heiligen Alexander Nevski - dem Schutzpatron des russischen Zaren Alexander II., auch Zar-Befreier genannt, gewidmet. Die Kathedrale (1904-1912) wurde vom russischen Architekten Pomeranzev in Zusammenarbeit von russischen und bulgarischen Architekten errichtet.  Den Bau stiftete das bulgarische Volk. Die fünfschiffige Kirche weist die Form einer byzantinischen Kreuzkuppelbasilika mit einer ausgeprägten zentralen Kuppel auf. Die Kathedrale umfasst eine Fläche von 3170 m2 und fasst 5000 Menschen. Der 50,52 m hohe Glockenturm hat 12 in Moskau gegossene Glocken mit Reliefabbildungen. Das Gesamtgewicht aller Glocken beträgt 23 Tonnen, wobei die größte 11758 kg und die kleinste 10 kg wiegt. Hoch über dem Eingang ist das Mosaikporträt des Hl. Alexander Nevski zu sehen, das der große bulgarische Maler Anton Mitov entwarf. Die von den Malern V. Dimov und V. Marinov entworfenen Mosaikgestalten der Hl. Ewdokia und der Hl. Petka zieren beiderseits vom Haupteingang die Seitentüren. Vielfarbiger italienischer Marmor, brasilianischer Onyx, Alabaster u.a. prägen den Innenraum. Die präzise und geschmackvolle Ausführung der Skulpturelemente, der Mosaike, der Details und der prachtvollen Dekoration ist ein Werk von bedeutenden bulgarischen, russischen und anderen ausländischen Bildhauern, Malern und Architekten. Die Beleuchtungskörper in der Kirche wurden in München hergestellt. In der Kathedrale wurden einige der schönsten Gesänge der orthodoxen Kirchenmusik unter der Mitwirkung  des unübertroffenen bulgarischen Basssängers Boris Christov aufgenommen. Die Sveti-Alexander-Nevski- Gedächtniskirche wurde im September 1924 feierlich eingeweiht. 1953 wurde sie zur Patriarchenkathedrale und 1955 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.

Links von dem Haupteingang befindet sich die Krypta  der Kirche. In der heutigen Kunstgalerie stellen Ikonen aus allen Teilen Bulgariens die Einzigartigkeit der bulgarischen Ikonenmalerei dar. Die 1965 als Zweig der Nationalen Kunstgalerie gegründete Krypta ist der bulgarischen Kunst aus dem Mittelalter und der Epoche der Wiedergeburt gewidmet.

Die kleine einschiffige Kirche „Sveta Petka Samardschiska“ (15. Jh.) setzt einen  reizvollen Kontrast zum modernen Glanz des heutigen Hauptstadtzentrums. Zur Hälfte in die Erde eingegraben,  wurde sie auf einer alten Kultstätte errichtet und darunter wurden römische Grabstätten freigelegt. Der berühmte bulgarische Schriftsteller Nikolaj Hajtov vertrat die Meinung, dass Vassil Levski einst in der Kirche Sveta Petka Samardschiska bestattet worden sei. Weitere vielbesuchte Sakralbauten sind die Kirchen „Sveta Nedelja“ (1856-1863), „Sveti Sedmotschislenitzi“ (1903), „Sveti Nikolaj Sofijski“(1900), „Sveta Paraskeva“ (1928), „Sveta Petka Stara“ (1241), die Sofioter Synagoge (1905-1909)mit einem Museum (1905-1909), die Kirche“ Sveti Nikolaj“ (1912-1914), als die Russische Kirche bekannt u.a.

Eines der berühmtesten Wahrzeichen der Hauptstadt ist das Nationaltheater „Ivan Vasov“, 1906-1907 von den Wiener Architekten Fellner und Helmer im Barockstil errichtet. 1923 wurde das Theater bei einem Brand schwer beschädigt und in der Periode 1926-1929 mit wesentlichen Veränderungen nach Entwurf von Prof.  Martin Dülfer aus Dresden wiederaufgebaut. Der Umbau des Nationaltheaters in der Periode 1971-1975 hat sein heutiges Bild geprägt. Dem ursprünglichen Erscheinungsbild wurden Skulpturen eingefügt. Als Blickfang wirken das einzigartige Dach und das von stilvollen Säulen gestützte Giebeldreieck mit  Apollo und den Schutzgöttinnen der Künste, sowie die beiden zur Seite stehenden Figurengruppen.

Einen besonderen Platz unter den Sehenswürdigkeiten Sofias nehmen die Ruinen der Festung Serdica-Sredez und vor allem das einzigartige archäologische Ensemble im Innenhof des Präsidentensitzes und des Hotels „Sheraton Sofia Balkan“ ein. Es umfasst die Rotunde „Sveti Georgi“,  antike Gebäude, eine antike Straße, eine mittelalterliche Wohnung aus dem 12.-13. Jh., ein großes Wohnhaus aus dem 17. Jh. u.a.

Die Rotunde „Sveti Georgi“   gehört zu den Wahrzeichen der Stadt und ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Sie ist eines der schönsten Gebäude im Konstantinov-Wohnviertel von Serdika. Sie ist ein Teil eines großen teilweise erhalten gebliebenen alten kultischen Gebäudes vom 4. Jh., das aus roten Backsteinen aufgebaut ist. Die eigentliche Rotunde stellt einen zentralen Kuppelraum dar, mit einem runden Plan auf einem quadratförmigen Fundament (mit halbrunden Nischen in den Ecken). Die Kuppel ragt 13,70 m vom Boden hoch. Stark von den feindlichen Überfällen beschädigt, wurde sie mehrmals im 10. und 11. Jh. umgebaut. Im Jahre 1946 wurden hier die Gebeine von Sv. Ivan Rilski (bei ihrer Versetzung von Tarnovo ins Rilakloster) ausgestellt. Im 16. Jh. wurde die Kirche in eine Moschee und im 19. Jh. wieder in eine Kirche verwandelt. Man hat fünf Schichten von Wandmalereien entdeckt, von denen drei aus der bulgarischen Wiedergeburt stammen. Unter den Bildern machen ein ausdrucksvolles Engelgesicht (10. oder 11. Jh.) einen Eindruck, die länglichen Figuren von Propheten und Mönchen mit Asketgesichtern, die unter der Kuppel von einem unbekannten Maler im 14. Jh. gemalt wurden, die 22 Figuren von Propheten. Nach der durchgeführten Restauration und Konservierung ist die Rotunde in ihrer originalen Form einer frühchristlichen Kirche wiederaufgebaut.

Im Stadtzentrum, am Fürst-Alexander-von-Battenberg-Platz, befindet sich die Nationale Kunstgalerie  (NKG). Ihre Säle und Lagerräume bergen die Kunstwerke der größten bulgarischen Maler  und gleichzeitig betreibt sie  auch Forschungs- und Bildungsaktivitäten. Das Gebäude in dem die NKG untergebracht ist, ist das  ehemalige Zarenschloss, dessen repräsentativer Teil im Jahre 1879 vom Wiener Architekten  Rumpelmeyer errichtet wurde. Er ist an die westliche Mauer des im 16. Jh. als türkischer Konak (Amtsgebäude) errichteten und 1873 restaurierten Gebäudes, angebaut. (Hier wurde der bulgarische Freiheitsapostel Vassil Levski von den Türken vor Gericht gestellt.) Der Nordostflügel ist im Jahre 1887 vom Arch. Grünanger als Wohnung  für die neue Fürstenfamilie errichtet worden. Die im Stil Rokoko gehaltene Gipsdekoration stammt vom Wiener Meister Greis.

Das Gebäude des Schlosses beherbergt das Ethnografische Institut bei der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften und das dazugehörige Museum. Mit seinen in ethnografische Regionen aufgeteilten Sammlungen von Volkstrachten, Bekleidung und Bekleidungszubehör, handgefertigtem Kunstwerk, Masken und Kostümen zu speziellen Bräuchen vermittelt das Museum ein getreues Bild von der bulgarischen Lebensweise und den Geschmackstendenzen im Laufe der letzten Jahrhunderte.

Eins der meist besuchten Museen in Sofia ist das einzigartige Mineralogische Museum Semjata i horata (Erde und Menschen)  – mit über 20 000 Ausstellungsstücken aus der ganzen Welt. Die einmaligen Exponate sind auf einer Fläche von 4000 m2 und in sieben ständigen Ausstellungen gruppiert: „Gigantische Kristalle“, „Mineralien der Erde“, „Mineralressourcen der Erde“, „Bulgariens Mineralien“, „Bulgariens Mineralressourcen“, „Edelsteine“, „Materialien“. In der reichen und ständigen Ausstellung des Nationalen  Archäologischen Museums liefern einzigartige Funde  Beweise für die materielle Kultur der vorgeschichtlichen Zeiten, der Antike, des frühen und späten Mittelalters u.a. Im Museum finden auch verschiedene Veranstaltungen statt – Gastaustellungen, Theateraufführungen und Konzerte. Das Nationale Polytechnische Museum ist das einzige Museum der Wissenschaft, Technik und Technologie, das das technische Kulturerbe Bulgariens aufbewahrt, erforscht und popularisiert. Das Kirchliche Historisch-archäologische Museum verfügt über außerordentliche bulgarische Kunstgegenstände – Ikonen, Beschläge, kirchliche Gefäße, Gewebe sowie wertvolle Briefe und Urkunden, die mit den kirchlichen Befreiungskämpfen des bulgarischen Volkes verbunden sind.

Das Nationale Historische Museum(im Stadtviertel Bojana) ist unbestritten das reichste und das meist besuchte Museum, in dem man Beweise für die reiche materielle Kultur der Bulgaren vom Altertum bis heute sich ansehen kann.   

Besuchenswert sind auch die Ausstellungen in dem Nationalen Militärhistorischen Museum, dem Nationalen Naturwissenschaftlichen Museum bei der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften , dem Sportmuseum , der Städtischen Kunstgalerie, der Galerie in der Schipka-Str. 6 (Bulgarischer Künstlerverband), der Nationalen Galerie für Ausländische Kunst, dem Saal Rajko Alexiev sowie in den zahlreichen privaten Kunstgalerien in der Hauptstadt.

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